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„Ich habe bereits einen Kugelschreiber!“

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Wie man mit Werbegeschenken nervt, erfreut oder gar für bilaterale Beziehungen sorgt

„Ich habe bereits einen Kugelschreiber!“

Kennen Sie jemanden, der billigen Plastikschrott mag? Was denken Sie über ein Unternehmen, welches Sie mit nicht-schreibenden Kugelschreibern überversorgt? Haben Sie genug von Plastikfeuerzeugen, Basecaps mit peinlichem Werbeaufdruck oder benutzen sie tatsächlich Plastik-Frisbee-Scheiben? Zumeist werden diese eiernden Wurfgeschosse doch direkt vom Hund zerkaut!
Manchmal hat man nicht wenig Lust, die Marketingverantwortlichen mit ihren eigenen Schlüsselbändern zu erwürgen, um sie für mangelnde Kreativität und Sensibilität zu bestrafen.
Ich habe bereits einen Kugelschreiber! Werbegeschenke?

Brauchen wir Werbegeschenke?

Ja! Ja, wir brauchen Werbegeschenke, weil wir es brauchen, dass wir als Unternehmen positive Emotionen wecken. Jedermann freut sich über ein Geschenk, nicht zu letzt, weil dem Empfänger eine persönliche Wertschätzung vermittelt wird. Dies weiß auch die Industrie und lässt sich die Werbeträger im Jahr circa 3,5 Milliarden Euro allein in Deutschland kosten. Da sollte man schon annehmen, dass dieses Geld nicht nur für Streuartikel ausgegeben wird. Und doch ist die Verwunderung groß, wie viele Werbeartikel billiger und unnutzer Schund sind. Werbegeschenke sollen Aufmerksamkeit erzeugen und dafür sorgen, dass das eigene Unternehmen im Gedächtnis bleibt. Aber es ist wesentlich, mit einer positiven Assoziation im Gedächtnis zu bleiben und um tatsächlich auch im Gedächtnis zu bleiben, muss sich der Schenkende von anderen Schenkenden abheben.

Adressaten der Werbemittel

Der ohnehin schon zweifelhafte Nutzen der in Massen produzierten Werbemittel wird im gewerblichen Bereich deutlich. Hier muss man sich die Frage stellen, wer diese „Geschenke“ bekommt. Zumeist erhalten führende Mitarbeiter mit Budgetverantwortung diese Aufmerksamkeiten in der Hoffnung, so Wohlwollen und Budget zu gewinnen. Gerade diese führenden Mitarbeiter mit Budgetverantwortung weisen eher selten eine Affinität für 1-EUR-Plastikteile auf, so dass man sich mit Einkaufswagenchips eher selten einen Gefallen tut. Auch werden genau diese Mitarbeiter zumeist von allen Anbietern umworben, so dass man davon ausgehen kann, dass der Zentraleinkäufer bereits eine Kaffeetasse hat.
Praxis-Tipp: Gerade wenn es darum geht, ein größeres Budget zu gewinnen, ist der Adressatenkreis für kleine Aufmerksamkeiten zu erweitern. Ziehen Sie die Sekretärin, Assistenten und zuarbeitende Mitarbeiter auf Ihre Seite. Diese Menschen haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den großen Entscheider.
Wenn das zu beschenkende Zielpublikum eher im Endkundenbereich anzusiedeln ist, dann ist der prüfende Blick noch einfacher: Legen Sie das potentielle Geschenk vor sich auf den Schreibtisch und fragen sich ehrlich: Würde meine Frau, mein Ehemann, mein Lebenspartner sich freuen, wenn ich dies zu Hause überreiche? Nur ein klares „Ja!“ qualifiziert die Idee zum Werbegeschenk.

Nervende Werbegeschenke

Die Frage, welche Werbegeschenke einfach nur nerven und eher negative Emotionen auslösen ist leicht zu beantworten: Sie finden diese „Geschenke“ auf der Starseite und im Sonderangebotsteil der Werbemittelanbieter.
All diese Schlüsselbänder, Kaffeetassen, Feuerzeuge und Tischkalender waren vielleicht vor 20 Jahren mal interessant, sind heute aber langweilig, längst vorhanden oder überholt. Eine größere Sünde als „langweilig“ ist dann nur noch „billig“. Kein Unternehmen kann ernsthaft eine Identifikation mit Streuartikeln wie Plastik-Jojos (welche nie funktionieren), Visitenkartenetuis (wer benutzt so was?) oder Mauspads (ich habe noch 10 Stück in der Schublade) wünschen.
Wenn Sie nicht wollen, dass Ihr Unternehmen direkt als billig und phantasielos abgestempelt und Ihr Geschenk im Papierkorb versenkt wird, müssen Sie mal richtig kreativ nachdenken und brainstormen.

Erfreuliche Werbegeschenke

Es gibt tatsächlich auch Werbegeschenke, welche ein Lächeln auf die Lippen der Beschenkten zaubern. Dies sind Geschenke, welche anders sind, nützlich oder lecker. Dies sind Geschenke, welchen man anmerkt, dass der Schenkende sich tatsächlich Gedanken um das Wohlergehen seiner Kunden macht.
Natürlich müssen kleine Geschenke auch portosparend leicht sein, um die Kosten im Rahmen zu halten. Aber selbst da gibt es 1.000 gute Ideen, wenn man nachdenkt:
Blasenpflaster für geschundene Füße: Wir laufen uns für Sie die Hacken ab! Blumensamen mit Perspektive auf das nächste Frühjahr! Erfrischungstücher, um in der nächsten Konferenz cool zu bleiben! Grundsätzlich steht hier das gesamte Sortiment der kleinen Verbrauchsgüter zur Verfügung, wobei gründlich nachgedacht werden muss, welche kleinen Helferlein das Leben tatsächlich ein klein bisschen besser machen. Kleine Sandblattnagelfeilen braucht jede Frau, Abschminktücher und Lippenbalsam ist beliebt und milde Augencremepads erobern zunehmend die Männerwelt. Gerade auch mit dem kulinarischen Bereich lässt sich gut spielen, denn jeder nascht gerne ein paar Gummibärchen, braucht ein bisschen Würze für das Kantinenessen oder nutzt tatsächlich kalorienbewusst den neuen Süßstoffspender. Auch hier gilt, dass weniger mehr ist: Lieber eine einzelne belgische Praline kredenzen und für einen Genussmoment sorgen als mit vielen klebrigen Bonbons Zahnschmerzen verursachen.
Wenn die Werbegeschenke etwas größer sein dürfen, gilt es um so mehr darauf zu achten, dass sie nützlich sind. Von rein dekorativen Schneekugeln ist abzusehen. Geschmack und Mode ist sehr individuell und darum ist es schwierig, passende Kleidung zu verschenken. Beispiele für nützliche und entsprechend erfreuliche Geschenke hier sind dann eher Sparschweine aus Porzellan (mit der entsprechenden Botschaft), Kühltaschen mit Inhalt (Dosenbier oder Pikkolo?) oder die Stablampe (mit Batterien!).

Werbegeschenke, die für eine bilaterale Beziehung sorgen

Teure Werbegeschenke mit einem hohen Aufwand für Porto und Verpackung zu versenden will wohl überlegt sein. All zu schnell ist viel Geld verschwendet und man hat Perlen vor die Säue geworfen. Eine gute Möglichkeit, Geschenke gezielt und effizient zu verteilen ist, diese zunächst nur virtuell zu vergeben. Der Empfänger erhält zunächst nur einen Brief oder eine Karte mit einem Gutscheincode und dem Versprechen, dass sich hinter diesem Code ein persönliches Geschenk befindet, welches er sich auf der angegebenen Homepage aussuchen kann. Der Mensch ist von Natur aus neugierig und mit großer Wahrscheinlichkeit wird er die Homepage besuchen, um sich ein Geschenk auszusuchen. Wenn er dort tatsächlich ein nützliches und hochwertiges Präsent findet, so wird er gut gestimmt sein, um sich die Internetpräsenz weiter anzusehen, das aktuelle Sortiment in Augenschein zu nehmen und vielleicht sogar den Newsletter zu zeichnen. Das ist dann der Beginn einer bilateralen Kommunikation.
Dank der Vorauswahl der Beschenkten über Gutscheincodes wird Porto gespart und trotzdem erhalten diejenigen, die sich tatsächlich darüber freuen, Geschenke, welche zu ihnen passen. Es besteht die Chance zu einer engeren Bindung über das Internet und diejenigen, welche den Gutscheincode verfallen lassen, freuen sich auch, dass sie keinen billigen Plastikschrott entsorgen müssen. Trotzdem wissen Sie, dass an sie gedacht wurde und die assoziative Verknüpfung mit dem Unternehmen ist positiv. So kann man sogar ohne ein materielles Geschenk für gute Stimmung sorgen.

Dip.-Kff. Marion Frettlöh

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